01.04.2007
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In drei Wochen durch Peru
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Ausreisestempel bei der bolivianischen Polizei holen, das Zollpapier fürs Auto beim bolivianischen Zoll abgeben und dann auf peruanischer Seite bei der Polizei das Formular mit den persönlichen Daten ausfüllen und die Einreisestempel in die Pässe drücken lassen. Hier gab es aber noch eine dritte Stelle, die wir aufsuchen mussten. Eine Art Transport-Polizei, die einige Daten unserer Papiere in ein Buch übertrug. Das Ganze war wohl eher eine Schauveranstaltung und der eigentliche Zweck der Übung zeigte sich in der Schlussfrage, ob wir nicht einen "Beitrag zur Zusammenarbeit" leisten wollten, oder - auf gut Deutsch: "rückt mal etwas Kohle raus"! Noch so früh am Morgen, wollten wir keine langwierigen Diskussionen und legten einen 10 Bolivianos-Schein aus dem Nachbarland (ca. 1 Euro) auf den Tisch, der dankbar angenommen wurde. War der Übergang von Chile nach Bolivien noch recht kontrastreich (was das Erscheinungsbild der Menschen betraf), so ähneln sich hier die indigenen Bevölkerungsgruppen doch stark. Etwas Ungewohntes gab es dann aber doch: die vielen kleinen Mototaxis (wie eine von einem Moped angetriebene Rikscha), die in großer Anzahl in vielen Orten Perus anzutreffen sind. Die Strecke nach Cusco lief entlang des Titicaca-Sees auf einer Hochebene meist zwischen 3800 m und 3900 m mit einer größten Höhe von 4360 m. Wir machten hier keinen Halt; weder die kleinen Orte noch den See selbst empfanden wir als besonders spektakulär. Cusco hingegen ist eine schöne Stadt, man kann sagen, was Sucre in Bolivien ist, ist Cusco in Peru. Cusco ist auch - und vor allem - der Ausgangspunkt für einen Besuch der Inka-Stätten. Machu Picchu ist dabei natürlich die von den meisten Touristen bevorzugte Stätte. Obwohl das Wetter nicht gut war - es war kalt (wir sind immer noch fast 3600 m hoch) und hat viel geregnet - blieben wir eine ganze Woche in Cusco. Die touristische Vermarktung von Machu Picchu ist eine Meisterleistung des Marketing: ein Produkt wird zu völlig überhöhten Preisen angeboten und ist dennoch stark nachgefragt. Eine neue Straße die in einem nördlichen Bogen in die Nähe von Machu Picchu führt (Santa Teresa), ist noch im Bau und nur zu bestimmten Tageszeiten an den Bauengpässen passierbar. Das Geld für einen dann zusätzlich erforderlichen sicheren Parkplatz schraubt den Gesamtpreis dann wieder auf fast gleiche Höhe wie bei der Bahnfahrt. |
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Wir haben es nicht bereut! So früh am Morgen waren wir noch mit ganz wenigen Touristen dort. Es begann gerade hell zu werden und die letzten Wolkenfetzen schoben sich durch die Ruinen der alten Inkastätte - eine mystische Stimmung. Schaut Euch die Bilder dazu an. Von Cusco aus ging es auf der Hauptverbindungsstraße aus den Bergen hinunter Richtung Küste. Die Abfahrten in den Bergen hier in Südamerika haben es in sich: auf einem Steckenabschnitt von 46 km ging es 1877 m hinunter und dann zu unserem Tagesziel Abancay. Von dort dann am nächsten Tag noch einmal zunächst über 4500 m hoch und danach 3600 m bergab auf einer Strecke von 98 km Richtung Nazca. Die Absoluten Gefälle sind dabei nicht das Problem aber die lange Zeit in der ständig bergab (ohne Motorbremse!) gefahren werden muss. Für das 98 km Stück brauchten wir über drei Stunden. |
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Nazca liegt auf 550 m Höhe, gerade genug um nicht mehr im Nebel zu versinken, der die Ebene
Richtung Küste häufig überzieht. Maria Reiche, eine Deutsche, die über 40 Jahre ihres Lebens diese Linien erforschte, hält Teile davon für einen astronomischen Kalender aus der Zeit vor den Inkas. Von Nazca ging es weiter nach Ica, genauer gesagt nach dem 5 km außerhalb Icas liegenden Huacachina, wo ein keiner palmenumwachsener See eine kleine Oase inmitten hoher Sünddünen entstehen ließ. Hier haben wir für drei Tage die Wärme wieder genossen. |
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Nach Lima (nur zwei Tage Aufenthalt, Großstädte ziehen mich nicht an!) wollten wir uns für einige Zeit an der Pazifik-Küste aufhalten. Da wir beide vom Serpentinen-Fahren, von der Kälte in den Bergen und dem Regen genug hatten, entschlossen wir uns, im nördlichen Peru nicht noch einmal in die Berge zu fahren. Die riesigen Küstenabschnitte nördlich Limas werden fast alle nicht touristisch genutzt. Erreichbar und zugänglich waren sie bis auf wenige Ausnahmen nicht. Das Land von der Straße bis zum Wasser ist meist in Privatbesitz (große ausländische Konzerne?) und wird in unmittelbarer Strandnähe mit riesigen "Hühnerfarmen unter Dach" gepflastert. Zwischendurch gibt es dann einige Fischmehlfabriken, die das Hühnerfutter herstellen, und die Umbebung mit ihrem Gestank verpesten. Ganz weit im Norden Perus, bei Cancas, fanden wir dann aber doch an zwei Stellen schöne Möglichkeiten, ein paar Strandtage einzulegen. Das Reisen in Peru war lange nicht so entspannend wie in Argentinien oder Chile und auch anstrengender als in Bolivien. Hauptgrund dafür waren die Erlebnisse, Geschichten und Warnungen anderer Reisender was Sicherheit und Überfälle betrifft. Wir selbst haben uns nie unsicher oder bedroht gefühlt, haben aber aus diesen Gründen auch nie irgendwo frei in der Landschaft übernachtet. In Peru gibt es sicher mehr touristische Highlights als in Bolivien, deshalb finden wir aber Peru nicht schöner als Bolivien. Was einerseits mehr Abwechslung bietet, lenkt anderseits mehr Touristen zu denselben Orten. Siehe Machu Picchu. So langsam legt sich auch das Gefühl, schnell vorankommen zu müssen, um im Zeitplan zu bleiben (den es ja nun doch gibt: Sarah fliegt am 15. Mai von Quito/Ecuador aus zurück nach Deutschland und Hilmar soll am 4. Juni mit dem Schiff von Cartagenas/Kolumbien aus über Costa Rica nach Antwerpen zurückkommen). Mittlerweile ist absehbar, dass wir mit 3 Wochen, die uns nun noch für Ecuador bleiben, ausreichend Zeit haben und uns nicht hetzen müssen. |